Subotron-Vortrag zum Thema Gender Diversity und sexuelle Identität in Spielen

[Posting in German since the talk, which was recorded and is available below, was held in German.]

Rene Schallegger beim subotron Vortrag zum Thema sexuelle Identität. Credit: Verena Riedl, http://www.in-ga.me/subotron-arcademy-nicht-sexy-betrachtungen-zu-geschlechterrollen-sexualitaet-und-sexueller-diversitaet-im-videospiel/

Rene Schallegger beim subotron Vortrag. Credit: Verena Riedl, in-ga.me

Am 25. Oktober fand im Raum D des MQ Wien ein Subotron Vortrag mit dem Titel “Nicht sexy! – Betrachtungen zu Geschlechterrollen, Sexualität und sexueller Diversität im Videospiel” statt. Natürlich musste ich hin. Ich bin seit Jahren Stammgast bei der Vortragsreihe zu Theorie und Praxis von Computerspielen und war lange Zeit auch die einzige Frau, die sich regelmäßig dorthin “verirrte”, was mir seitens Veranstalter Jogi Neufeld auch den scherzhaften Ehrentitel “Quotenfrau” eintrug. Ich muss auch gestehen, dass ich damals manchmal Sorge hatte, man würde mich nicht ernst nehmen. Aber mit der Zeit haben sich einige Freundschaften und viele Online-Kontakte ergeben, und mit Freude stelle ich fest, wieviele Frauen inzwischen regelmäßig im Publikum sitzen.

Und bei meinem Thema war ich gleichermaßen begeistert und skeptisch, was und wie da vorgetragen und vor allem diskutiert werden würde. Der Vortrag wurde gehalten von René Schallegger von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und befasste sich mal mit der Geschichte von Sex in Computerspielen. Diese Abhandlung kann man nur als rudimentär bezeichnen, aber da würde man einen eigenen Vortragsabend brauchen. Man kann ja sogar Bücher drüber schreiben wie Brenda Brathwaite (“Sex in Video Games” – ich hab’s allerdings noch nicht gelesen).

Insgesamt fand ich den Vortrag super spannend, aber eigentlich ging es in erster Linie um sexuelle Orientierung, nicht Geschlechterrollen oder sexuelle Identität. Ich hätte mir ein bisschen mehr dazu erwartet, weil es im Titel ja vorkam – andererseits ist das ja mein Steckenpferd, also wäre ich eher gespannt auf die Methodik gewesen, als die Inhalte. Und vielleicht … kann man da ja mal … ein bisschen mehr in die Tiefe gehen? ;-)

Sexuelle Identität in Mass Effect – das Best Practice Beispiel

Als Best Practice wurde mehrfach Mass Effect genannt, und das mag in Bezug auf Homosexualität zum Teil stimmen, aber viel davon ist in erster Linie für den männlichen Betrachter (“male gaze”) gemacht, das zeigt auch der starke Überhang von lesbischen Beziehungsoptionen gegenüber schwulen. So sehr ich die Reihe liebe, ich kritisiere auch nach wie vor die übersexualisierten Charaktere, die manchmal geradezu voyeuristische Kameraführung und die zum Teil lächerlichen Erklärungen, warum man auf jedem zweiten Planeten Asari-Femmes fatales antrifft aber z.B. nirgendwo Turianerinnen. (Der Character Designer meinte, er wüsste nicht, wie er weibliche erstellen sollte, ob Lippenstift passend wäre.)

Hier ist der Mitschnitt von “Nicht Sexy” (nur Audio!)

 

Und zu Verenas Review geht’s hier: In-ga.me Review von subotron arcademy: “Nicht Sexy”